Warum wird Scientology als eine „angewandte religiöse Philosophie" definiert?
| Scientology: Sekte oder Religion? - Fragen zum Scientology Glauben |
Frank Flinn, außerordentlicher Professor für Religionswissenschaften an der Washington-Universität in St. Louis, Missouri, beantwortet diese Frage in seiner Expertise Scientology: Die Kennzeichen einer Religion:
Scientology beschreibt sich manchmal selbst als „angewandte religiöse Philosophie". Dies hat wiederum dazu geführt, daß ihr von mancher Seite der Anspruch, eine Religion zu sein, abgesprochen wurde. Ich habe jedoch bereits oben erwähnt, daß aufgrund meiner Untersuchungen der Lehren der Kirche und meiner Gespräche mit ihren Mitgliedern ohne jeden Zweifel feststeht, daß Scientology all die Merkmale aufweist, die alle Religionen in der Geschichte und überall auf der Welt gemein haben: Eine ausgereifte Glaubenslehre, religiöse Praktiken und eine hierarchische Kirchenordnung. Darüberhinaus besitzt der Ausdruck „Philosophie" mehrere Bedeutungen und steht keinesfalls in Widerspruch zum Begriff der „Religion". Wörtlich bedeutet der Ausdruck Philosophie „Liebe zur Weisheit", und alle bekannten Religionen beschäftigen sich auf die eine oder andere Art mit der „Weisheit" bzw. Einsicht in eine absolute Wahrheit. In meinen Gesprächen mit Scientologen wurde deutlich, daß sie sich mit dem Ausdruck „Philosophie" auf die höchste Bedeutung des Lebens und auf das Universum in der religiösen Auslegung des Wortes beziehen. Die Scientology-„Philosophie" stützt sich auf den Glauben, daß die Seele unsterblich ist und ewig fortbesteht. Mit ihrem Gebrauch philosophischen Gedankenguts und dessen Einbindung in ihre Lehren unterscheidet sich die Scientology Kirche ganz gewiß nicht von anderen mir bekannten Religionen. Zwischen Religion und Philosophie bestand schließlich schon immer ein Zusammenhang. In seinem großen Werk Summa Theologica verwendet der bedeutendste Theologe in der Geschichte der römisch-katholischen Kirche, der Hl. Thomas von Aquin, zahlreiche philosophische Ideen, Begriffe und Gebilde, die er der Lehre des griechischen Philosophen Aristoteles entnahm, und er drängt auf die moralische Anwendung dieses „philosophischen" Gedankenguts. Es käme sicherlich niemand auf den Gedanken, Summa Theologica als etwas anderes als eine religiöse Abhandlung par excellence zu bezeichnen. Demzufolge widerlegt der Ausdruck „eine angewandte religiöse Philosophie" in keinster Weise die Tatsache, daß Scientology eine bona fide Religion im vollsten Sinne der Bedeutung dieses Begriffes darstellt.
Auch der Religionsstifter L. Ron Hubbard shreibt zur Themaik in Die Philosophie siegt nach 2000 Jahren:
Der Mensch hat viele Fragen über sich gestellt.
Solche Fragen wie „Wer bin ich?“ „Wo komme ich her?“ „Was ist der Tod?“ „Gibt es ein Leben danach?“
Jedes Kind stellt diese Fragen, aber der Mensch hat noch nie Antworten gehabt, die ihn für lange Zeit zufriedenstellten.
Die Religion hat verschiedene Antworten auf diese Fragen, und sie gehören tatsächlich auch in den Bereich der religiösen Philosophie, denn dies ist der Bereich des Wissens des Menschen, der versucht hat, sie zu beantworten.











