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Scientology: Sekte oder Religion? - Sekten-Wiki Deutschland

Das Heilmittel gegen Hysterie: Fakten


 Copyright 2010 Scientology Kirche Deutschland e. V. Alle Rechte vorbehalten.Die Hysterie

Deutschland und seine Schutzwälle christlich-abendländischer Tradition geraten ins Wanken. Ganze Armeen einer neuen Generation von „Sekten“ rennen gegen ihre Tore an. Verflossen sind die romantischen Tage, als man sie als weltabgewandte Romantiker mitleidig belächeln konnte, eingehüllt vom Duft von Räucherstäbchen und fern der rauhen Wirklichkeit. Heutzutage sitzen sie in den Schaltzentralen der Macht, getarnt mit feinen Anzügen, und nahe daran, die Weltherrschaft zu übernehmen.

So jedenfalls stellt sich die Lage der Nation dar, hört man auf „Sektenexperten“ und bestimmte Politiker.

Demnach bestünde guter Grund für jedermann, sich ernsthafte Sorgen um Leib und Leben zu machen. Wie kann man auch schon sicher sein, daß man nicht gerade in einer U-Bahn sitzt, die von einem Moslem gefahren wird – nachdem man kurz zuvor ein Brötchen verzehrt hat, das möglicherweise aus der Produktion eines Bäckers stammt, der den Zeugen Jehovas angehört! Und wer weiß, am Abend trinkt man vielleicht ein Glas Milch, die nicht von einem Katholiken, sondern von einem Scientologen pasteurisiert worden ist, während man im Fernsehen eine Show sieht, dessen Autor Das Buch Mormon gelesen hat.

Schenkt man den Propagandareden skrupelloser Politiker und den aufgeschreckten Stimmen amtskirchlicher „Sektenexperten“ Glauben, dann könnte man in der Tat in Panik geraten.

Arbeitsminister Norbert Blüm fabuliert weiter über die „Sektengefahr“, statt sich mit seiner ganzen Kraft der Krise auf dem Arbeitsmarkt zu widmen, die ihn ganz offensichtlich überfordert. Die Berliner Bundestagsabgeordnete Renate Rennebach verlangt die Berufung eines Bundessektenbeauftragten und die Beobachtung von „Sekten“ durch den Verfassungsschutz. Gleichzeitig fordern Landtagsabgeordnete in Baden-Württemberg den Einsatz verdeckter Ermittler.

Leute, die gerade einmal vier Tage – oder weniger – Mitglied einer Religionsgemeinschaft waren, verwandeln sich in hochbezahlte „Experten“, nachdem sie die jeweilige Gruppierung verlassen haben und bringen sogenanntes „Insiderwissen“ über Radio- und Fernsehkanäle und mit Hilfe eigener verleumderischer Publikationen unters Volk.

 

Gefragt sind Fakten

„Ich weiß, daß ich nichts weiß” – Sokrates

In der meist emotional aufgeladenen Diskussion über Minderheitsreligionen werden zuverlässige und belegbare Fakten benötigt. Immer wenn Religionswissenschaftler, die sich intensiv mit der Materie befaßt haben, ihre Ergebnisse präsentieren, schrumpft die künstlich erzeugte Hysterie auf etwas, das ungefähr so furchterregend ist wie ein Schneeball in der Mikrowelle.

Als Beispiel mag eine kürzlich geführte öffentliche Diskussion im Münchner Rathaus zum Thema „Sektengefahr“ dienen. Der Religionswissenschaftler Professor Hubert Seiwert, Universität Leipzig, konnte vor 400 Zuhörern mit Fakten anstelle bloßer Andeutungen aufwarten.

Meinungsumfragen zeigten, so der Professor, daß 50 Prozent der Bevölkerung, also jeder Zweite, etwas von der Hare-Krishna-Bewegung gehört haben. Mehr als 70 Prozent dieser Leute hätten eine negative Einstellung zu dieser Religionsgemeinschaft. Allerdings gäbe es in ganz Deutschland nur 200 Mitglieder dieser Bewegung. Nur ein paar Deutsche haben also jemals mit einem Hare-Krishna-Anhänger gesprochen. Daraus könne man folgern, so der Professor weiter, daß sich die negative Meinung nicht auf Fakten oder persönliche Erfahrungen stütze, sondern auf die einseitig negative Berichterstattung in den Medien.

Die „Sektenexperten“ – allen voran der Münchner evangelische Pfarrer Behnk – gerieten aus der Fassung und meinten, aufgrund dieser schlichten Beschreibung der Tatsachen, über Professor Seiwert herfallen zu müssen. Er hätte ja „keine Ahnung“, so ihr Vorwurf.

Ersichtlich ist, daß SIE diejenigen sind, die keine Ahnung haben. Sie können es nicht ertragen, daß das „große Problem“, gegen das sie mit soviel Eifer ankämpfen, mit so einfachen Mitteln auf seine wahre Dimension – nämlich Null – reduziert werden kann. Seit Jahren versuchen jene „Experten“ ihre Existenz damit zu rechtfertigen, daß sie die angebliche Gefahr durch Minderheitsreligionen frei erfinden oder tatsächliche Gegebenheiten bis zur Unkenntlichkeit aufbauschen. Denn wer in einem Land mit 80 Millionen Einwohnern würde 200 friedliebende Mönche für eine solche Bedrohung halten, daß er sein schwer verdientes Steuergeld für deren Bekämpfung hergeben würde?



 

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