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Scientology eine Gefahr? - Fragen zur „Scientology Gefahr“

Was das hier angesprochene "Berichtssystem" der Kirche betrifft, so gibt es ein solches in jeder gut funktionierenden Organisation. Etwas Verwerfliches ist daran nicht zu finden.

Ein Mitarbeiter oder Mitglied wird dazu angehalten, bei beobachteten Mißständen - natürlich auch, wenn darin Vorgesetzte oder Führungskräfte der Kirche verwickelt sind - einen sogenannten "Wissensbericht" zu schreiben und an die sogenannte Ethik-Abteilung der Kirche zu leiten, damit diese korrigierend eingreifen kann. Auf diese Weise ist das einzelne Mitglied nicht veranlaßt, das gemeinsame Ideal zu korrumpieren. Und dem aufgedeckten Mißstand kann abgeholfen werden.

Das obige System erlaubt kein Denunziantentum hinter dem Rücken anderer Mitglieder. Es ist Teil der Richtlinie, daß alle betroffenen Personen eine Kopie erhalten müssen. So wird sichergestellt, daß sie eine Stellungnahme zum behaupteten Sachverhalt abgeben können, bevor seitens der Kirche eine Entscheidung über das weitere Vorgehen getroffen wird.

Die Ethik-Abteilung ist nicht berechtigt, nur aufgrund irgendwelcher Berichte jemanden zu disziplinieren. Sie muß den behaupteten Vorfall untersuchen und die korrekten Fakten finden, indem sie die betroffene Person befragt und dann erst handelt. All diese Punkte sind eigentlich selbstverständlich und vernünftig. Vernünftiger sicher als die verdeckt "ermittelnden" Beamten städtischer Behörden, die interne Korruption und ähnliches aufdecken sollen. Nicht einmal hier spricht man von "Bespitzelung". Und wenn in irgendeiner Firma ein Mitarbeiter seinen Chef davon informiert, daß ein anderer Mitarbeiter sich gerade wieder aus der Handkasse bedient hat oder bei Spesenabrechnungen betrügt und der Chef diese Information dankend zur Kenntnis nimmt, dann wird man auch schwerlich von "menschenverachtenden Praktiken" sprechen.

Selbst die Präsidiumsriege des FC Bayern wird sich nach dem zumindest ungewöhnlichen Einsatz von Detektiven zur tatsächlichen Überwachung von Spielern wohl eher nicht davor fürchten müssen, deswegen Gegenstand einer menschenrechtspolitischen Anfrage im Bundestag zu werden. Politische Stellen sollten also gerade bei diesem Thema erst einmal der gesellschaftlichen Wirklichkeit ins Auge sehen.

 

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