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Religiöse Diskriminierung - Siebenten-Tags-Adventisten

Aschgabad/Turkmenistan, 15.12.1999/APD

Am 9. November erhielt der adventistische Pastor Pavel Fedotov von den Behörden der turkmenischen Hauptstadt Aschgabad die Aufforderung, seine Wohnung im Zentrum der Adventgemeinde mit seiner Familie zu räumen, da das Gebäude abgerissen werde. Fünf Tage später umstellten Polizisten und Angehörige des Nationalen Sicherheitsdienstes (KNB) das Gotteshaus und Arbeiter begannen es mit schwerem Gerät dem Erdboden gleichzumachen. Der Stadtrat hatte mit Beschluss Nummer 1 450 den Abriss verfügt, da die Siebenten-Tags-Adventisten in Turkmenistan nicht staatlich anerkannt sind. Laut dem Vorsteher der Freikirche in den mittelasiatischen Republiken, Pastor Alexander Schwartz (Almaty/Kasachstan), gibt es im ganzen Land nur diese eine adventistische Gemeinde, zu der 75 erwachsene getaufte Mitglieder gehören. Sie war während der sowjetischen Ära offiziell registriert. Der turkmenische Staatspräsident Separmurad Nijasow erteilte 1992 sogar selbst die Genehmigung zum Bau des kirchlichen Zentrums in Aschgabad. Durch eine Änderung des Religionsgesetzes im Jahre 1997, das jetzt eine Mindestmitgliederzahl von 500 Personen verschreibt, verlor jedoch die Adventgemeinde ihre staatliche Anerkennung. Seitdem galt sie als illegal und sei ständigen polizeilichen Schikanen ausgesetzt gewesen. Wiederholte Versuche die Registrierung wieder zu erlangen, wurden vom turkmenischen Komitee für religiöse Angelegenheiten, das aus einem islamischen Mufti, einem russisch-orthodoxen Geistlichen und einem Behördenvertreter besteht, stets abgelehnt. Da die Adventisten weiterhin ihre Gottesdienste feierten, hätten die Behörden beschlossen, so Schwartz, das Kirchengebäude zu zerstören.

Mit dieser Aktion setzt die Regierung ihre Bemühungen fort, nicht registrierte Religionsgemeinschaften in Turkmenistan zur Aufgabe zu zwingen. Vor zwei Monaten liessen die Behörden zwei Tempel der Hare Krishna niederreissen. Das war das erste Mal seit Ende der Sowjetunion, dass Gottesdienststätten eliminiert wurden, um religiöse Aktivitäten zu unterbinden. Mit der Zerstörung des adventistischen Gemeindezentrums scheint diese Politik fortgesetzt zu werden. Auch Gemeinden, die dem Rat der Evangeliumschristen-Baptisten angehören, müssen Störungen der Gottesdienste, Beschlagnahmung christlicher Literatur und Überprüfung der Gläubigen hinnehmen. Ihr Pastor Rahim Tashov befand sich zwölf Tage lang in Haft. In den Städten Aschgabad und Turkmenabad wurden die baptistischen Gemeinden geschlossen und die Eigentümer der Versammlungssäle von der Polizei verhört und mit Gefängnis bedroht.

 

Quellennachweis

© Nachrichtenagentur APD Basel (Schweiz) und Ostfildern (Deutschland).

URL: www.stanet.ch/apd/news/archiv/1119.html | © 1997 - 2011 stanet.ch

 

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