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Religionsfreiheit - Spanien - Religionsfreiheit

Madrid, Washington, 05.05.1999/APD

In Spanien sind die religiösen Minderheiten weiterhin diskriminiert. Vertreter der evangelischen Kirchen und Moslems haben kritisiert, dass die Regierung die in den Gesetzen verankerte Religionsfreiheit nicht respektiere. Die Regierung zeigt sich indes gesprächsbereit.

Im Vorfeld einer internationalen Konferenz über Religionsfreiheit, die vom 13. bis 16. Mai in Madrid stattfindet, sucht die spanische Regierung den Kontakt zu den Organisationen, die sich weltweit für Religionsfreiheit einsetzen. Eine Zweierdelegation von Spitzenbeamten aus dem spanischen Justizministerium traf Ende April in den USA mit Vertretern der "Internationalen Vereinigung für Religionsfreiheit" (IRLA) zusammen. Die IRLA trägt an der Konferenz von Madrid die Verantwortung für die Programmgestaltung. Bei den Vorbereitungsgesprächen in den USA unterstrich Alberto de la Hera, Leiter der Abteilung für religiöse Angelegenheiten im Spanischen Justizministerium, die Fortschritte, die in Spanien in Bezug auf die Religionsfreiheit gemacht worden seien. Das Madrider Treffen werde dazu dienen, das Verständnis für Religionsfreiheit in der Bevölkerung zu verankern, sagte de la Hera. Es sei sehr wichtig, die zu 90 Prozent katholische Bevölkerung davon zu überzeugen, dass die Respektierung anderer Religionen ein grundlegendes Element für ein demokratisches und tolerantes Land sei. "Deshalb ist es mein Gebetsanliegen, dass dieses Treffen dazu hilft, unseren Mitbürgern die Bedeutung der Religionsfreiheit aufzuzeigen", meinte de la Hera wörtlich. Am 26. April führte die spanische Delegation auch Gespräche im Hauptquartier der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten (STA) in Silver Spring.

Die Benachteiligung betrifft die Protestanten in Spanien besonders in der Frage der Besteuerung der Religionsgemeinschaften und im Recht zur Gründung von kirchlichen Vereinigungen. Mariano Blazquez, Generalsekretär der Bund Evangelischer Religionsgemeinschaften in Spanien (FEREDE) wies auch darauf hin, dass die Rechtssprechung oft nicht wirklich unabhängig und dass der Zugang zu den Massenmedien für die evangelische Minderheit erschwert sei. Auf den kanarischen Inseln haben die lokalen Behörden der Heilsarmee die Genehmigung verweigert, ein Heim für bedürftige Kinder einzurichten. Dabei liessen die Behörden verlauten, die Heilsarmee sei eine destruktive Sekte mit dunklen Machenschaften.

Auch aus der moslemischen Religionsgemeinschaft kam es zu Klagen gegen den Staat. Mansur Escudero, Arzt und Leiter der Vereinigung islamischer Gemeinschaften in Spanien, berichtete über den Aufenthalt seiner Schwiegermutter in einem öffentlichen Spital. "Ein katholischer Seelsorger kam jeden Tag ins Zimmer und die Spitalbehörde weigerte sich ein über dem Bett der Patientin hängendes Kruzifix zu entfernen", sagte Escudero. In Spanien leben 450‘000 Moslems.

Am 16. April trafen zudem Regierungsvertreter von Spanien in Washington mit Vertretern von Menschenrechtsorganisationen und amerikanischen Kongressabgeordneten zusammen. Dabei kamen auch die Vereinbarungen zwischen dem Spanischen Staat und den Religionsgemeinschaften zur Sprache. Vor allem die Schwierigkeiten für die Kirchengemeinschaften, die solche Vereinbarungen nicht unterzeichnet haben, wurden erörtert. Die Aussprache wurde teilweise vom STA-Mitglied Lee Boothby geleitet, der die Internationale Kommission für Gewissensfreiheit präsidiert. US-Politiker und Menschenrechtsvertreter bezeichneten die Aussprache, zu der neben der spanischen auch eine russische Delegation eingeladen war, als wichtigen und konstruktiven Dialog, welcher der Förderung der Religionsfreiheit in der ganzen Welt diene.

 

Quellennachweis

© Nachrichtenagentur APD Basel (Schweiz) und Ostfildern (Deutschland).

URL: www.stanet.ch/apd/news/archiv/966.html | © 1997 - 2011 stanet.ch

 

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