Robert Vaughn Young (Scientology-Aussteiger) und sein finanzieller Bankrott in Amerika
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Robert Vaughn Young (Scientology-Aussteiger) und sein finanzieller Bankrott in Amerika
AIs ein unbekannter Amerikaner namens Vaughn Young kürzlich seine Gläubiger prellte, indem er seinen Bankrott erklärte, so hat er ur seinen finanziellen Status dem Rest seines Lebens angeglichen: Für diejenigen, die ihn aus früheren Jahren kannten und mit ihm gearbeitet hatten, stand fest, daß er sich seit einiger Zeit in den moralischen, seelischen und geistigen Bankrott gewirtschaftet hatte.
Als Der Spiegel ihn neulich aus der Versenkung zerrte und seine Lügen abdruckte, in dem Bewußtsein, daß es Lügen waren und in dem Bewußtsein, daß sie Gewalt und Haß schüren würden, begab sich das Magazin auf das niedrige Niveau der Propaganda — und demonstrierte seinen ethischen Bankrott.
Für den Spiegel kam Young mit seinen Behauptungen als angeblich hochrangiges Mitglied der Öffentlichkeitsabteilung der Scientology Kirche und seinem ebenfalls angeblichen „Insiderwissen" gerade recht, um die Vorurteile des Herausgebers gegenüber Scientology bekräftigen zu können.
Lange vor der Veröffentlichung von Youngs Artikel waren dem Spiegel die korrekten Informationen über ihn und seine Behauptungen zugegangen. Trotzdem veröffentlichte das Magazin Youngs Beitrag. Die einzig mögliche Schlußfolgerung: Der Spiegel war an der Wahrheit gar nicht interessiert.
Wer ist nun Robert Vaughn Young?
Er sagte in den achtziger Jahren von sich selbst: „Ich halte mich selbst eigentlich nicht für einen guten Schreiber... ich bin hoffnungslos auf einen Redakteur angewiesen, der mein Material nicht nur professionell herausgeben, sondern auch sachliche Irrtümer erkennen kann."
Die sachlichen Irrtümer spielten für den Herausgeber des Spiegel, Rudolf Augstein, keine Rolle. Am Ergebnis ist abzulesen, daß Young im Grunde dafür bezahlt worden ist, eine Story zu schreiben, die den Haß gegen Scientology weiter schüren sollte.
Finanzieller Bankrott
Die finanzielle Spritze aus Deutschland war jedoch nicht ausreichend. Kurz bevor der Spiegel-Artikel erschien und vermutlich bevor er vom Spiegel sein Honorar bekam, erklärte Young in seiner Heimatstadt Seattle seinen wirtschaftlichen Bankrott. Seine Bankrotterklärung enthält eine Liste der offenen und ungedeckten Rechnungen in einer Gesamthöhe von mehr als 55.000,- 1.SDollar:
2.661,— Dollar an die US-Steuerbehörde, 9.000,— Dollar an zwei Telefongesellschaften, AT&T und Pacific Bell, 4.130,— Dollar an die Bank of America, 3.250,— Dollar auf seine Visa Card der Bank of America, 4.600,— Dollar an American Express, 6.970,— Dollar auf seine Chase Visa Card, 9.380,— Dollar auf seine Chase Mastercard, 8.640,— Dollar an die Citybank, 4.056.— Dollar auf die Colonial Nationalbank Visa Card, und Tausende von Dollars Schulden an andere Kreditgeber.
Offensichtlich war Young wesentlich besser im Ausgeben von Geldern anderer Leute, als es selbst zu verdienen.
Wie war er in diese Position gelangt? Trotz seiner Versuche, sich selbst als ein ehemaliges Mitglied des Kirchenmanagements darzustellen, hatte er tatsächlich zu keinem Zeitpunkt eine hohe Führungsposition innerhalb der Kirche. Richtig ist, daß er während seiner Amtszeit in der Kirche mehrere Male aufgrund seiner Inkompetenz oder seines unethischen Verhaltens degradiert wurde.
Obwohl einige der von ihm beschriebenen Ereignisse vor vielen Jahren tatsächlich stattgefunden hatten — und eher der Geschichte zuzurechnen sind, stilisiert er sie zu Themen der Gegenwart hoch, um sie mit Hilfe unverblümter Lügen über die tatsächlichen Umstände noch weiter auszuschmücken.
Moralischer Bankrott
Hier nur ein bezeichnendes Beispiel: 1985 arbeitete Young an einem Projekt für die Kirche in einer anderen Stadt und wurde von einer 16jährigen Auszubildenden begleitet. Eines Nachts wachte das Mädchen gegen 6 Uhr früh auf und fand Young neben sich im Bett, wie er ihren Körper berührte. Verängstigt und verwirrt gelang es ihr, ihn davon zu überzeugen, sie allein zu lassen. Später berichtete sie diesen Vorfall an Vorgesetzte in der Kirche.
Young leugnete die Geschichte nicht, sondern versuchte in seiner schriftlichen Antwort auf die empörte Nachfrage seines Vorgesetzten, den Vorfall als eine Art „Mißgeschick" darzustellen. Er habe versucht, „sie zum Einschlafen zu bringen" als es geschah. Die Tatsache, daß es zum Zeitpunkt des Vorfalls 6 Uhr morgens war, ließ die Lüge auffliegen. Young weiter: „Soweit es das Berühren ihrer Brüste betrifft, denke ich, bin ich zweimal mit meiner Hand über ihren Rücken gegangen... Ich traf auf das, was als die Fleischseite der Brust bezeichnet werden kann."
Young war zu dieser Zeit 47 Jahre alt und verheiratet. Der einzige Grund, warum er nicht sofort als Kirchenmitarbeiter entlassen wurde, war die Tatsache, daß es dem Mädchen gelungen war, ihn von einer wirklichen Straftat abzuhalten. Als Resultat wurde er jedoch seines Vertrauenspostens enthoben.
Wie er zwei Jahre später gestand, hatte er gelogen und teilweise sein Vergehen an dem Mädchen vertuscht. Nachdem er diese und andere schwere Überschreitungen gestanden hatte, war es Youngs Wunsch, sich selbst durch das Absolvieren eines Programms mit Beratung, Studium und körperlicher Arbeit als Ausgleich zu läutern.
Gegen Ende seines Wiedergutmachungsprogramms schrieb Young, daß es „ein verblüffendes Abenteuer in und durch das eigene Selbst war, wie auch in und durch das von anderen. Ich wünsche allen anderen ähnliche Gewinne und ähnliches Wissen. Man ist für seinen eigenen Zustand verantwortlich."
Im Spiegel beschrieb Young dieses Programm für ihn zweckmäßig als ein „Straflager", was eine glatte Lüge ist. Stellt man sich einmal vor, daß die Alternative damals seine Entlassung gewesen wäre, ist seine Kritik an den Versuchen der Kirche, ihm zu helfen, beleidigend.
Geistiger Bankrott
Wie konnte Young soweit herunterkommen, daß er die Lügen erzählt, an denen der Spiegel Gefallen findet?
Ganz einfach: 1989 hatte Young bewiesen, daß er wahrscheinlich nie auch nur annähernd das Niveau der ethischen Standards erreichen würde, die von einem Kirchenmitarbeiter erwartet werden.
Die meiste Zeit seiner Anstellung bei der Kirche war Young ein Mitglied des Guardian Office (GO) — einer autonomen Einheit, die 1966 eingerichtet wurde, um sich um die rechtlichen und externen Angelegenheiten der Kirche zu kümmern. Über die Jahre begann das GO mehr und mehr nach eigenen Richtlinien und nicht nach denen der Kirche zu handeln und entglitt somit völlig der Kontrolle durch die Kirchenleitung.
Die ganze Einheit wurde in den frühen achtziger Jahren vollständig aufgelöst, als eine neue Kirchenleitung ihre Aktivitäten untersuchte und herausfand, daß Mitte der siebziger Jahre einige der GO-Mitarbeiter in den Vereinigten Staaten Straftaten begangen hatten. (Jene, die in der Verantwortung standen und alle, die Kenntnis von diesen Vergehen hatten, wurden geschlossen entlassen.)
Young war nicht Teil jener Clique, die das Gesetz gebrochen hatte, und ihm wurde daher erlaubt, Kirchenmitarbeiter zu bleiben. Im GO war er bestens mit einem Programm vertraut, das „Schneewittchen" („Snow White") hieß — so benannt, weil es darauf ausgerichtet war, inkorrekte Behördenberichte über Scientology in Regierungsakten zu korrigieren und die damit einhergehenden Situationen in verschiedenen Ländern zu bereinigen. Jene Berichte waren meist so weit von der Realität entfernt, daß sie nur mit dem Wort „Märchen" treffend beschrieben werden konnten.
Das Schneewittchen-Programm wurde entwickelt, um einerseits diese Behörden dazu zu bewegen, ihre Akten zu korrigieren und die falschen Berichte durch korrekte Informationen zu ersetzen und andererseits, um herauszufinden, wie die falschen Berichte in diese Akten gelangt waren. Das Letztere war wichtig, da es die einzige, effektive Methode war, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen.
Youngs Beschreibung dieses Programms im Spiegel ist eine komplette Falschdarstellung. (Siehe „Richtigstellung falscher Regierungsberichte” auf Seite 22 für die wahre Geschichte.)
Und seine Kritik des Programms ist ebenso absurd: Während seiner aktiven Zeit in der Kirche waren sein Fanatismus bei dem Programm und seine offensichtlich zwanghafte Neigung, es zu verfälschen, ein Anlaß zur Besorgnis für praktisch jeden, der mit ihm arbeitete. Er bestand darauf, daß nur er das Programm durchführen sollte. Sogar 1984 noch wollte er eine separate Schneewittchen-Einheit unter seiner ausschließlichen Führung einrichten. In einer schriftlichen Vorlage an seine Vorgesetzten schlug er vor: „daß ich die Autorität habe, völlig verantwortlich für die Etablierung dieser Einheit und die darauf folgende Offensive zu sein."
Er schlug auch vor, daß das Programm dazu benutzt werden sollte, um Medien aufzubauen, die die amerikanische Regierung kritisieren — eine totale Verzerrung des Zweckes des Programms und der Absicht der Kirche.
Nachdem seine Vorschläge von den Führungskräften der Kirche abgelehnt worden waren, wurde Young immer feindseliger. Kurz danach kündigten er und seine Frau an, daß sie gehen wollten.
Als Young im Jahre 1989 diese Ankündigung machte, waren viele in der Kirche offen gesagt froh, ihn gehen zu sehen.
Wie auch immer, niemand in der Kirche konnte ahnen, was er nach seinem Weggang tun würde. Trotz seiner zahlreichen Kommentare über seine eigene Inkompetenz als Schreiber Jahre zuvor, war Young besessen davon, „Rechercheur und Journalist" zu sein. Nachdem er die Kirche verlassen hatte, versuchte er, diesen Ehrgeiz auszuleben.
Young begründete seinen Anspruch, ein Schriftsteller zu sein, auf die Tatsache, daß einmal ein Buch veröffentlicht wurde, das seinen Namen als Koautor trug. Das Buch hieß Die Interpol-Verbindung. Im Spiegel behauptete Young, daß dieses Buch auf „unbekanntem Material über die Geschichte von Interpol" beruhe, das er entdeckt habe.
Und wie lautet die Wahrheit? Die Untersuchung wurde von Scientologen aus Europa durchgeführt, die auf dem Schneewittchen-Programm arbeiteten. Das Buch war tatsächlich vollständig von Youngs „Koautor" geschrieben. Sein ganzer schriftlicher Beitrag in einem Buch mit mehr als 300 Seiten waren 4 Seiten — die von dem Koautor nochmals geschrieben wurden (siehe Randnotiz: „Vaughn Young — der „Schriftsteller").
Young teilte all den Ruhm, aber nicht die Tantiemen. Er hatte es so eingerichtet, daß die Tantiemen vom Verkauf des Buches innerhalb der Kirche direkt zu ihm gelangten. Der tatsächliche Autor hat bis auf den heutigen Tag nichts von Young bekommen.
Vor diesem Hintergrund ist es kein Wunder, daß seine Versuche nach seinem Ausscheiden aus der Kirche, eine Arbeit als Schriftsteller zu finden, erfolglos geblieben sind. Einmal akzeptierte er sogar ein Angebot, extreme, harte Pornographie mit einen Hang zur Nekrophilie (Neigung, sexuelle Handlungen an Toten vorzunehmen) für eine Frau herauszugeben, die er über eine Computer-Anschlagetafel „kennengelernt" hatte.
Intellektueller Bankrott
Ein weiterer kleiner Schritt auf dem Weg zum Spiegel war eine kleine unabhängige Zeitung in San Diego, Kalifornien. Als er dort scheiterte, trat er an ein örtliches Zeitschriftenmagazin heran. Seine Schreibfertigkeit genügte zwar dessen Ansprüchen nicht, aber immerhin gelang es ihm, dort 6 Kreuzworträtsel zu verkaufen.
Mit wachsenden Schulden und aus Verzweiflung wandte sich Young einer anderen Art des Schreibens zu — er bot sich jedem als „Berater" an, der der Scientology Kirche feindselig gesonnen war.
Im Oktober 1992 arrangierte Young ein Treffen mit einem Anwalt der Kirche und machte den ersten von mehreren Versuchen, Geld im Gegenzug für sein „Schweigen" herauszupressen. Die Kirche weigerte sich, der Erpressung nachzugeben, und so führte Young seine Drohung aus.
Während der nächsten 2 Jahre bot er seine „Dienste" Anwälten an, die eine Handvoll ausgeschlossener Abtrünniger in Prozessen mit der Kirche vertraten. Für DM 180,- pro Stunde bezeugte er alles, was für einen Fall brauchbar erschien — für diesen Betrag verdrehte er Tatsachen nach Belieben, um sie der jeweils gewünschten Zeugenaussage anzupassen.
1994 machte Young einem Anwalt der Kirche das Angebot, die falschen Zeugenaussagen zu unterlassen und seine früheren Berichte zu korrigieren, wenn die Kirche ihm 540.000 Dollar zahlen würde. Es sei keine Frage von richtig oder falsch, meinte er. Der Punkt sei vielmehr, daß er, wenn er schon so gut für das Lügen bezahlt würde, noch besser bezahlt werden sollte, wenn er die Wahrheit sage. „Je mehr man ein Arschloch ist", sagte Young, „desto mehr ist man in diesem Spiel wert."
Im Februar 1994 war Youngs „Gebühr" für die Bereitschaft, die Wahrheit zu sagen auf 3 Millionen Dollar angestiegen. Wieder lehnte es die Kirche ab, erpreßt zu werden.
Aber trotz dieser beeindruckenden Zahlen zeigt Youngs Schuldenliste vom 6. September, daß es keinen Markt für seine Lügen in den USA gibt.
Über den Bankrott hinaus
Youngs Kampagne gegen seine ehemalige Kirche brachte ihn in Kontakt mit anderen antireligiösen Fanatikern in den USA und Übersee.
Unter ihnen ist Willis Carto, ein Mann, den die jüdische Anti-Defamation League (Anti-Verleumdungs-Liga) als „den bedeutendsten und professionellsten Antisemiten in den Vereinigten Staaten" beschreibt.
Yaron Svoray, ein israelischer Jude, der neun Monate verdeckt unter Neonazis in Deutschland verbrachte, sagte: „Der berüchtigste Nazi in der Welt ist nicht ein Deutscher, sondern Willis Carto."
Carto, dessen Verehrung für Hitler seit Jahrzehnten bekannt ist, wurde in den fünfziger und sechziger Jahren für seine Attacken gegen die Menschenrechtsbewegung in Amerika berühmt. Er gründete das „Institut für historische Prüfung", eine Organisation, die verbreitet, daß der Holocaust nie passiert sein soll. Carto rief einmal zum „stärksten Angriff auf die Macht der organisierten Juden, den man sich nur vorstellen kann", auf und schrieb: „Unser Feind heutzutage ist derselbe wie vor 50 Jahren und davor — also auch vor dem Kommunismus ... Die Juden kamen zuerst — und bleiben der Feind Nummer 1 der Öffentlichkeit... Und tatsächlich kann kein objektiver Gelehrter heutzutage leugnen, daß die Welt ein viel besserer Ort zu leben wäre, wenn [Nazi]-Deutschland [den 2. Weltkrieg] gewonnen hätte."
Zusätzlich zu seiner Kooperation mit Carto ist Young auch eng mit einem Direktor von Carton anderer rechtsorientierter Organisation — der Freiheits-Lobby (Liberty Lobby) — verbunden, einer Gruppe, die von der Anti-Defamation League als „die reichste und eine der aktivsten, antisemitischen Organisationen in den Vereinigten Staaten" beschrieben wird.
Vor der Veröffentlichung von Youngs Artikel wurde der Spiegel über diese brisanten Verbindungen, seine Geständnisse, alles für Geld zu erzählen, seinen Bankrott und — mittels einer dokumentierten Zusammenfassung — selbst über seine typischen Lügen informiert. Die Antwort des (Spiegel): Sie bezahlten ihn und druckten wieder dieselben Lügen ab.
VAUGHN YOUNG - DER „SCHRIFTSTELLER"
Als ich Vaughn Young das erste Mal traf, erzählte er mir, daß er schon immer ein Schriftsteller sein wollte.
Auslöser dieses Geständnisses war die Tatsache, daß ich auf dem Gebiet professionell war — ein Journalist und publizierender Schriftsteller. Ich hatte bisher mehr als 15 Bücher veröffentlicht.
Sein Geständnis beunruhigte mich, da ich gerade dabei war, ein neues Projekt zu beginnen. Ich wollte ein Buch über Polizeibehörden und Interpol veröffentlichen, das auf Untersuchungen der „National Commission an Law Enforcement and Social Justice" (NCLE) basierte, einer Organisation, die von der Scientology Kirche unterstützt wird. Das Buch sollte viele bis dahin unbekannte geschichtliche Fakten aufdecken und sich mit Dingen auseinandersetzen, die für das Verhältnis zwischen Bürgern und Polizeibehörden in demokratischen Gesellschaften von größter Bedeutung sind.
Da ich selbst nach der Veröffentlichung des Buches keine Zeit für eine längere Werbetour haben würde, stimmte ich dem Vorschlag zu, daß ein Sprecher der NCLE als Mitautor aufgeführt wurde. Ich mochte meine Arbeit als Romanschriftsteller und wollte nach diesem Projekt damit fortfahren.
Vaughn Young, der eine verhältnismäßig niedrige Füihrungsposition im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit hatte , wurde als dieser Sprecher benannt, dessen Name neben dem meinen auf dem Buchtitel erscheinen sollte.
Seine literarischen Ambitionen störten mich, weil ich schon ahnte, daß er sich — wie bei Amateuren üblich — beim Schreiben einmischen würde.
Und es gab diese Versuche, die ich aber zurückwies. Das einzige, was Young schließlich schrieb, war ein Bericht über eine Europareise, der zum Vorwort wurde.
Ich schrieb ihn neu.
Trotz seiner Ambitionen hatte Young leider kein Talent.
Jahre später erfuhr ich dann, daß Young für sich in Anspruch nahm, das ganze Buch geschrieben zu haben.
Er benutzte diese falschen Lorbeeren sogar, um ein paar Jobs als Autor zu bekommen — war jedoch unfähig, diese jemals zu behalten.
Ebenfalls Jahre später fand ich heraus, daß die meisten Untersuchungsergebnisse, die Young mir als seine eigenen vorgestellt hatte, durch den Fleiß anderer in Europa zustandegekommen waren.
Ich habe den Artikel gesehen, den er kürzlich für den Spiegel „geschrieben" hat.
Über die Jahre hat sich nicht viel geändert.
Er ist immer noch ein Lügner. Er ist immer noch gewissenlos. Er ist immer noch nicht vertrauenswürdig. Und er hat immer noch kein Talent.
Trevor Meldal-Johnsen
Quelle: Artikel aus dem Freiheits Magazin "Spieglein, Spieglein, an der Wand, wer belügt das ganze Land?" (1996)











