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Religiöse Diskriminierung - Siebenten-Tags-Adventisten

Baku/Aserbaidschan, 15.12.2004/APD

Ein Gottesdienst der Siebenten-Tags-Adventisten in Gjandscha, der zweitgrössten Stadt Aserbaidschans, sei Ende November von der Polizei aufgelöst worden, obwohl die dortige Gemeinde die staatliche Anerkennung habe, teilte der Präsident der Freikirche in dem mittelasiatischen Land, Pastor Ivan P. Zavrichko (Baku), mit. "Die beiden Gemeindeleiter Rustam Akhmedov und Vidadi Huseinov wurden im Polizeipräsidium verhört. Die Beamten beschuldigten den moldawischen Staatsbürger Akhmedov der illegalen religiösen Propaganda und drohten ihm die Ausweisung an. Sein Reisepass wurde einbehalten. Akhmedov sei in den nächsten beiden Tagen erneut zum Verhör aufs Polizeipräsidium einbestellt worden. Seine Ehefrau Gulnara und der Hausbesitzer, in dessen Gebäude der Gottesdienst stattfand, hätten ihn begleitet. Akhmedov habe zwar seinen Reisepass zurückerhalten, sei aber zu 140 000 Manats (22 Euro) Geldstrafe verurteilt worden, was dem Fünffachen des monatlichen Mindestlohnes entspreche. Der Gemeindeleiter könne zwar künftig den Gottesdienst besuchen, dürfe dort aber nicht mehr predigen. Von einer Ausweisung hätten die Behörden abgesehen, da Akhmedovs Ehefrau aserbaidschanische Staatsbürgerin sei.

Die lokale Fernsehstation in Gjandscha habe laut Zavrichko in den letzten Monaten in der wöchentlichen Sendung "Ein Tropfen auf einem heissen Stein" die Adventisten verunglimpft und für alle Arten von Sünden verantwortlich gemacht. Auch bei der Polizeiaktion zur Unterbindung des Gottesdienstes seien Fernsehleute dabei gewesen und hätten Kinder trotz Protestes ihrer Eltern befragt, ob sie gezwungen worden seien, an der Versammlung teilzunehmen. Die dabeistehenden Polizisten hätten trotz Aufforderung nichts unternommen, um die Befragung der Kinder durch das Filmteam zu unterbinden.

Bereits im Mai diesen Jahres seien in Gjandscha der adventistische Pastor Nazim Azimov und sein Mitarbeiter Elshan Jabarov wegen "Verletzung der Aufenthaltsbestimmungen" zu je 50’000 Manat (acht Euro) verurteilt worden. Die Polizei habe ihnen vorgeworfen, keine Wohnberechtigung für das adventistische Gemeindezentrum zu besitzen. Azimov wäre ausserdem nur im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis für Baku gewesen. Doch das sei Unsinn, meinte Pastor Zavrichko. "Es gibt kein Gesetz, das einem aserbaidschanischen Staatsbürger verbietet, in einer anderen Stadt zu wohnen. " In Aserbaidschan leben über 650 erwachsen getaufte Adventisten in fünf Gemeinden. 93 Prozent der 8,1 Millionen Einwohner zählenden mittelasiatischen Republik sind Muslime. Nur fünf Prozent der Bevölkerung bekennen sich zum Christentum.

 

Quellennachweis

© Nachrichtenagentur APD Basel (Schweiz) und Ostfildern (Deutschland).

URL: www.stanet.ch/apd/news/archiv/3324.html | © 1997 - 2011 stanet.ch

 

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