Kirchen - Vom Staat subventioniert (ARD-NDR, Panorama)
| Scientology: Sekte oder Religion? - Artikel über Religion und Spiritualität |
Bericht von Panorama vom 17. Oktober 2002.
Teil I
Auszüge aus dem Video
Moderatorin: Sparen, sparen, sparen, denn der Staat ist klamm. Wo immer es irgendwie geht, wird gestrichen. Nur eins bleibt heilig – im wahrsten Sinne des Wortes – : die Kirche, das reichste Unternehmen der Republik. Experten schätzen ihr Gesamtvermögen auf fast eine halbe Billion Euro. Nun mag man denken: Schön für die beiden großen Kirchen, aber was hat das mit dem Sparen des Staates zu tun? Schließlich haben wir ja vor 200 Jahren diese beiden Systeme mühevoll voneinander gelöst. Aber der sogar im Grundgesetz festgeschriebenen Trennung von Staat und Kirche zum Trotz zahlt auch heute noch, im 21. Jahrhundert, jeder Bürger – abseits der Kirchensteuer – ganz kräftig für die Kirche – egal ob Mitglied oder nicht.
und weiter......
So zahlt Bayern in diesem Jahr(2002) für die Gehälter seiner
Sieben Bischöfe und Erzbischöfe 655.000,- €
Zulagen für Weihbischöfe 99.000,- €
Gehälter für 14 Dignitäre 737.000,- €
Für 60 Kanoniker 3.914.000,- €
Für 42 Domvikare 1.888.700,- €
7 Dommesner 163.100,- €
Generalvikare 26.600,- €
Bischöfliche Sekretäre 81.300,- €
Pfarrer, Prediger, Kapläne 576.200,- €
Geistliche ohne Emeritenanstalt 2.328.400,- €
Prieser- und Knabenseminare 958.800,- €
endlos die staatliche finanzierte Lohn-Liste des Kirchenpersonals.
Selbst Weihraucht wird vom Staat bezahlt. Insgesamt kassieren die beiden großen Kirchen in Bayern in diesem Jahr (2002) vom Staat aufgrund alter Rechtstitel (Ev./Kath. Kirche) 85.932.000,- €
Da stellten sich natürlich Fragen...
Teil II
Auszüge aus dem Video
Dr. Carsten Frerk: Die Menschen denken, wenn eine kirchliche Bezeichnung draufsteht, sozusagen ein Etikett drauf ist, dann zahlt die Kirche zumindest den überwiegenden Teil. Es ist aber nicht so. Und deshalb ist das alles eigentlich ein Etikettenschwindel.
Mario Dürr, Bürgermeister: Wir haben einen Kindergarten, der zu 83% von der Gemeinde finanziert wird, und es steht eben „Evangelischer Kindergarten“ außen drauf. Und normalerweise sollte ja das außen draufstehen, was innen drin ist. Und innen drin ist eigentlich die Gemeinde zu 83%. Also müsste eigentlich genau genommen „Gemeindlicher Kindergarten, sponsored by Evangelische Kirche“ draufstehen.
Sprecher: Dabei ist der Landesdurchschnitt in Baden-Württemberg noch verheerender. Ganze 7% beträgt der Anteil der Kirchen an der Finanzierung ihrer Kindergärten. Kein schlechtes Geschäft, wenn man den Imagegewinn der Kirchen bedenkt und ihr offen erklärtes Ziel, den christlichen Glauben unter den Kleinen zu verbreiten.
Original Video zu finden unter Panorama vom 17. Oktober 2002
Text zum Video











