Grossbritannien: Parlament beschliesst Gesetz gegen religiösen Hass
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London/Grossbritannien, 20.07.2005/APD
Das britische Parlament hat am 11. Juli ein Gesetz gegen die Verbreitung von religiösem Hass verabschiedet. Das Unterhaus in London stimmte einem Vorschlag der Regierung zu, mit bis zu sieben Jahren Gefängnis zu bestrafen, wer andere Religionen in der Öffentlichkeit verächtlich macht.
Gegen das Vorhaben, das noch vom Oberhaus des britischen Parlaments bestätigt werden muss, hatten mehrere tausend Gemeinden aus allen Kirchen protestiert. Vor allem Evangelikale befürchten eine Einschränkung der Religionsfreiheit. Das Gesetz gebe extremen Gruppen die Möglichkeit, Kritik an ihnen mit dem Hinweis zurückweisen, es handele sich um Hassaufrufe. Einem Bericht der Zeitschrift "Christian Today" zufolge könnte das Gesetz auch Evangelisationen erschweren. Schon der Hinweis auf Unterschiede zwischen den Religionen könne als Anstiftung zum Hass ausgelegt werden, zitiert das Blatt führende Evangelikale. Der Generalsekretär der Afrikanischen und Karibischen Kirchen in Grossbritannien, Katei Kirby, sagte, es sei selbstverständlich, dass man den Glauben anderer Menschen respektiere. Das bedeute aber nicht, ihnen das Evangelium vorzuenthalten. Viele Kirchenmitglieder machten zur Zeit Hausbesuche bei Nachbarn, um mit ihnen über das Christentum zu sprechen. Wenn jemand behaupte, er sei wegen seiner religiösen Überzeugung beleidigt worden, könne er Christen ins Gefängnis bringen. Andere Kirchenleiter erklärten, dass man Bibel und Koran beschneiden müsse, weil grosse Abschnitte als Kampf gegen andere Religionen verstanden werden könnten. Die Abstimmung erfolgte wenige Tage nach dem Terroranschlag am 7. Juli in London, bei dem bisher 56 Menschen starben und über 700 verletzt wurden.
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