Geldstrafen für "illegale religiöse Tätigkeit" in Aserbaidschan
| Religiöse Diskriminierung - Siebenten-Tags-Adventisten |
Baku/Aserbaidschan, 05.07.2004/APD
In Aserbaidschan sind drei adventistische Geistli¬che wegen angeblich illegaler religiöser Tätigkeit zu Geldstrafen verurteilt worden. Wie der Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in dem mittelasiatischen Land, Pastor Ivan P. Zavrichko (Baku) mitteilte, wurde in Sumgait, einer Industriestadt nördlich von Baku am Kaspischen Meer, die Wohnung von Pastor Khalid Babaev von der Polizei durchsucht. Der Seelsorger hatte erst im Februar mit Frau und Sohn wegen massiver Morddrohungen, vor denen ihn die Behörden nicht schützen wollten, aus Nachitschewan fliehen müssen. Die Polizei in Sumgait verwarnte ihn, nicht ohne Genehmigung der Stadtverwaltung religiös tätig zu werden. Eine diesbezügliche Verpflichtungserklärung musste er unterschreiben. Obwohl der Geistliche während der Polizeimassnahme keinen Gottesdienst in seiner Wohnung abgehalten hatte, verurteilte ihn ein örtliches Gericht zu einer Geldstrafe von 82 500 Manat (14 Euro), da in Sumgait keine adventistische Gemeinde staatlich registriert sei.
In Gyanja im Westen des Landes wurden Pastor Nazim Azimov und sein Mitarbeiter Elshan Jabarov wegen "Verletzung der Aufenthaltsbestimmungen" zu je 50 000 Manat (acht Euro) verurteilt. Die Polizei warf ihnen vor, keine Wohnberechtigung für das adventistische Gemeindezentrum zu besitzen. Azimov habe ausserdem nur eine Aufenthaltserlaubnis für Baku. Pastor Zavrichko meinte dazu: "Es gibt kein Gesetz, das einem aserbaidschanischen Staatsbürger verbietet in einer anderen Stadt zu wohnen." Auch in Baku würden die Behörden inzwischen die örtliche Adventgemeinde stärker überwachen, beklagte der Geistliche. In Aserbaidschan leben über 600 erwachsen getaufte Adventisten in vier Gemeinden. 93 Prozent der 8,1 Millionen Einwohner zählenden mittelasiatischen Republik sind Muslime. Nur fünf Prozent der Bevölkerung bekennen sich zum Christentum.
Quellennachweis
© Nachrichtenagentur APD Basel (Schweiz) und Ostfildern (Deutschland).
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