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Scientology: Sekte oder Religion? - Sekten-Wiki Deutschland

Traumreisen statt demokratischer Dialog  

Carlhoff, der rechtschaffene Mitbürger gerne in Misskredit bringt, muss sich nun selbst fragen lassen, ob er nicht massiv Gesetze missachtet hat. Seinem jüngsten Bericht ist auch zu entnehmen, dass ihn seine grundgesetzwidrige Tätigkeit mehrfach in beliebte Urlaubsregionen geführt hat, unter anderem nach Spanien, Italien, Frankreich und Tirol.

An seinen häufigen Reisen muss es wohl auch gelegen haben, dass er zu Hause in Baden-Württemberg innerhalb von sieben Jahren nicht ein einziges Mal Zeit dafür gefunden hat, mit den Betroffenen in den Dialog zu treten - ein in höchstem Maße undemokratisches Gebaren eines öffentlichen Angestellten. Hans-Werner Carlhoff scheint sehr genau zu wissen, dass die Grundlagen seiner Amtsstelle in einer offenen Diskussion sehr schnell dahinschmelzen würden.

Scientologen fordern Ende der Diffamierung

Mit einer Eingabe an den Landtag hat sich die Scientology Kirche Stuttgart im Januar gegen die Diffamierung ihrer Mitglieder durch Hans-Werner Carlhoff zur Wehr gesetzt. Die Unterzeichner der Petition fordern, die "Interministerielle Arbeitsgruppe zu Fragen sogenannter Sekten und Psychogruppen" unter Carlhoffs Leitung aufzulösen und damit rund eine halbe Million Mark jährlich einzusparen.

Der Petitionsausschuss im Stuttgarter Landtag sieht sich nun mit der schwierigen Aufgabe betraut, das von Carlhoff gestrickte Netzwerk aus Steuergeldflüssen und künstlich erzeugtem "Aufklärungsbedarf" auseinander zu sortieren. Dabei mag es hilfreich sein, an eine Forderung zu erinnern, die vom Sonderberichterstatter für religiöse Intoleranz bei den Vereinten Nationen, Professor Amor, auch an Baden- Württemberg herangetragen wurde.

Sonderberichterstatter Amor hatte 1998 nach einem Besuch in Baden-Württemberg erklärt: "Das, womit jene Gruppierung [Scientology] konfrontiert ist, kann als ein Klima der argwöhnischen oder latenten Intoleranz bezeichnet werden. Der Sonderberichterstatter schließt daraus, dass der Staat jenseits der täglichen Regierungsgeschäfte strategische Maßnahmen ergreifen muss, um Intoleranz im Bereich der Religion und der Überzeugung zu verhindern."

 

Quelle: Artikel aus der Zeitung FREIHEIT  (April 2001)



 

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