Fakten Suche
Besucher - Länder
Top 5:
Germany flag 60%Germany (48997)
Unknown flag 13%Unknown (10727)
United States flag 6%United States (4855)
Russian Federation flag 6%Russian Federation (4740)
Switzerland flag 3%Switzerland (2850)
82179 Besucher aus 122 Länder
Fakten Links
Banner
Banner
Banner
Banner
Fakten Statistiken
Benutzer : 3
Beiträge : 816
Weblinks : 89
Seitenaufrufe : 407465
Uhrzeit
Scientology: Sekte oder Religion? - Sekten-Wiki Deutschland

1970: Dem VELKD-Arbeitskreis für Freikirchen und Sekten gehören Ende 1970 bereits 10 feste Mitglieder (Pastoren und Kirchenräte) an, denen sich nochmals 10 Apologeten der VELK in der damaligen DDR anschließen. 

Vorsitzender des zwanzigköpfigen, grenzüberschreitenden Religionsverfolgungsgremiums ist seinerzeit Franz Lau aus Leipzig. Der Kreis befaßt sich mit religiösen Minderheiten wie Rosenkreuzern, Freie Bibelgemeinde, Zeugen Jehovas, Quäker, Christengemeinschaft, Anthroposophie und Theosophie.

Das gestörte Verhältnis der Apologetik zur grundgesetzlich garantierten Religionsfreiheit offenbart niemand besser als das damalige VELKD-Arbeitskreis-Mitglied Pfarrer Friedrich-Wilhelm Haack aus München. Der 1991 verstorbene Pfarrer schrieb 1970 in einem Informationsbrief den denkwürdigen Satz: „Verstehen wir unseren Glauben richtig, so haben wir kein Recht, den anderen in seinem Glauben zu lassen.“

1975: Der VELKD-Arbeitskreis macht einen neuen Feind aus. In einem Heftchen mit dem Titel „Was ist Scientology?“ – versehen mit dem Vermerk „nur zur innerkirchlichen Information“ wird unter Punkt 9., „Wachstum oder Rückgang“, folgende Einschätzung abgegeben: „ . . . mit stetigem Wachstum ist zu rechnen.“ Ein sechs Punkte umfassender Aktionskatalog zur Bekämpfung der Andersgläubigen, einschließlich vorbeugender „Information“ in der kirchlichen Publizistik, schließt sich an.

1978: Erstmals gelingt es den Apologeten, die Bundesregierung gegen neue religiöse Bewegungen für ihre Zwecke finanziell und publizistisch zu instrumentalisieren. In den Jahren zuvor prägt Pfarrer Haack für verschiedenste Gemeinschaften den abwertenden Kunstbegriff „Jugendreligionen“, der absichtlich so formuliert wurde, um ein Eingreifen staatlicher Stellen „zum Schutze der Jugend“ zu provozieren. In seinem Buch, das 1974 unter eben diesem Titel erscheint, behauptet Haack allen Ernstes, das Problem dieser Gemeinschaften läge in „ihrer Existenz“. Trotz oder gerade wegen seiner militanten und verfassungsfeindlichen Ausfälle wird Haack zum nationalen Bannerträger der christlichen Apologetik und zur Galionsfigur zahlreicher neuernannter apologetischer Kollegen in seinem Gefolge.

Unsummen für Religionsverfolgung

1993: Deutschland erlebt eine Apologetenschwemme. Eine regelrechte kirchliche und staatliche „Anti-Sekten-Industrie“ wird herangezüchtet. In Zentralen, Arbeitskreisen, Landeskirchen und Bistümern, ja sogar in Behörden, tummeln sich inzwischen Hunderte haupt- oder nebenamtlicher Apologeten unterschiedlichster Schattierungen. Ihre Hauptbeschäftigung: die Diskriminierung Andersgläubiger und die Schaffung öffentlicher Hysterie gegen neuere religiöse Gemeinschaften.

 Copyright 2010 Scientology Kirche Deutschland e. V. Alle Rechte vorbehalten.Wohldotiert und ausgestattet – vorsichtig geschätzt investieren allein EKD und Landeskirchen jährlich mindestens fünf Millionen Mark in ihre Diskriminierungsbeauftragten – bearbeiten sie Behörden, Parteien, gesellschaftliche Gruppen und die Medien. Auch in den neuen Bundesländern blüht die Apologetik wieder auf, wobei sich der Eindruck erhärtet, daß es dort mehr amtskirchliche Apologeten als Mitglieder religiöser Minderheiten gibt.

„In zwei, drei Jahrhunderten wird anerkannt werden, daß die fähigen Kopfjäger alle Christen sind.“ Mark Twain

Der Zweck heiligt die Mittel. Zumindest in der apologetischen Tradition. Es geht um nichts anderes, als darum, die vermeintliche religiöse Konkurrenz auszuschalten und eine durch nichts gerechtfertigte kirchliche Monopol- und Machtstellung in Staat, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und damit grundgesetzwidrige Privilegien in unserem Staat aufrechtzuerhalten.

Für die Amtskirchen wäre es höchste Zeit, den Balken aus dem eigenen Auge zu entfernen, statt den Splitter im Auge des anderen zu suchen.

 

Quelle: Gleichnamiger Artikel aus dem Freiheits Magazin "Deutschlands Ruf - Wie gut ist er wirklich" (1996)



 

.