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Scientology: Sekte oder Religion? - Sekten-Wiki Deutschland

EINE STUDIE RELIGIÖSER INTOLERANZ

Die Staatskirchen sehen sich heute der tiefsten Krise ihrer Geschichte gegenüber. Auf anfängliche Verfolgung folgte die Kontroverse, auf die Kontroverse die schlußendliche Akzeptanz, auf die Akzeptanz die graduelle Übernahme staatlicher Organe durch ihre treu ergebenen Diener oder die enge Zusammenarbeit mit den jeweils Regierenden, nicht zuletzt auch mit den Machthabern des Naziregimes. Spätestens aber seit den sechziger Jahren sehen sich die beiden Großkirchen einer Reihe von Faktoren ausgesetzt, die in zunehmendem Maße ihre schwer erarbeiteten Positionen gefährden.

 Copyright 2010 Scientology Kirche Deutschland e. V. Alle Rechte vorbehalten.Sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche in Deutschland kämpfen gegen einen unaufhaltsam anschwellenden Strom ausscheidender Mitglieder, während gleichzeitig die verbleibenden Anhänger geringes Interesse an Kirchen- und Glaubensangelegenheiten an den Tag legen und das Gefühl nicht los werden, daß sie für ihre Kirchensteuern wenig bis gar nichts erhalten.

Was auch immer der wahre Grund für den geistigen und materiellen Schrumpfungsprozeß sein mag, die Kirchen jedenfalls sehen nicht zuletzt – und wieder einmal – die Ursache in der vermeintlichen religiösen Konkurrenz. Erneut gilt es, das christliche Abendland gegen die Häresie, die Ketzerei zu verteidigen. Beide Kirchen verfügen zu diesem Zweck über eine wenig bekannte Spezialeinheit, die sich mit Fragen der „Apologetik“ auseinandersetzt. Die Apologetik, die Verteidigungs- und Rechtfertigungslehre des christlichen Glaubens, steht nach der schlußendlichen Auflösung der Inquisition als letztes Bollwerk gegen Ketzer und Andersgläubige im Schlachtfeld des Glaubens. Naturgemäß beschränkt sich ihr Waffenarsenal nicht nur auf die Verteidigung. In ihrer schlimmsten, aber auch gängigsten Form befaßt sich Apologetik mit der systematischen Verfolgung und Ausgrenzung Andersgläubiger.

Gleichzeitig mit einem gigantischen Kraftaufwand in der Bürokratie, im Bereich Lobbyismus und in der Manipulation der Medien während der vergangenen Jahre wurden ganze Armeen von Apologeten an den Verteidigungslinien der Christenheit aufgestellt, die unter der harmlosen Bezeichnung „Beauftragte für Sekten- und Weltanschauungsfragen“ mit Steuergeldern eben jene Bürger bekämpfen dürfen, die sie finanzieren. Ihre alleinige Aufgabe ist es, Mitglieder anderer Glaubensgemeinschaften, die man als „religiöse Konkurrenten“ ausgemacht hat, zu brandmarken, zu verunglimpfen und zu diskriminieren.

Wes Geistes Kind die „Sektenbeauftragten“ sind, kann beispielhaft am folgenden Auszug aus einer Rede Wolf Wimmers, Richter am Landgericht Mannheim, illustriert werden, die 1984 auf einer „Konsultationstagung der Landeskirchlichen Beauftragten für Weltanschauungsfragen“ gehalten wurde:

„So wird Artikel 4 des GG, der diese Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit erstmals in unserer Rechtsgeschichte umfassend gewährleistet, zugleich zum Einfallstor für alle möglichen Religionen und Weltanschauungen und damit auch für alle diejenigen, die dem Christentum bis ‘zum Letzten kämpfend’ gegenübertreten. Wie überaus groß die Zahl dieser Todfeinde ist, hat Haack dokumentiert. Kein Wunder, daß sich das Bedürfnis mächtig regt, durch neuen Geist der Schwachheit aufzuhelfen. Erneut sind Apologetiker gefordert, denn anders geht der Glaubenskampf verloren . . .

Kein Zweifel besteht, daß insbesondere die evangelische Apologetik der letzten Jahrzehnte sowohl in der Sache als auch in der Form recht erfolgreich gewirkt hat. Es erscheint dies um so verdienstvoller, als durch jene Männer [gemeint sind die „Sektenbeauftragten“] nicht nur die eigene Kirche, sondern zugleich auch ein Stück abendländischer Kultur und Lebensart verteidigt wurde. Uneuropäischer als z.B. die jungen Kulte aus dem Osten läßt sich ja schwerlich denken.“

In Anbetracht solch entlarvender Ausführungen, klingen die Worte des ehemaligen Sektenbeauftragten der Evangelischen Landeskirche Bayern, Pfarrer Haack, fast wie Hohn:

„Häufig hindert ein falscher Toleranzbegriff Christen (auch Pfarrer), apologetischen Fragen nachzugehen.“.

Es ist nicht überraschend, daß die Anschuldigungen, die von Apologeten gegen „Konkurrenten“ erhoben werden, eher auf die etablierten Kirchen zutreffen – nicht zuletzt ihr Vorwurf, „Sekten“ würden totalen Gehorsam innerhalb einer starren Hierarchie fordern.

Im Rahmen der gegenwärtigen Welle apologetischer Intoleranz bedienen sich die Kirchen rücksichtslos ergebener Handlanger in Regierung und Politik, die den Bruch der Verfassungsgarantie der Trennung von Kirche und Staat billigend in Kauf nehmen.

Die Rede ist von Politikern auf Länder- und Bundesebene. Sie sind in aller Regel in Interessensgruppen organisiert, wie beispielsweise im „Evangelischen Arbeitskreis der CDU/CSU“ in Bonn (EAK), der nicht mehr ist als eine schlichte Lobbyorganisation.

Minister und Politiker im Rock kirchlicher Apologeten

Der evangelische Pastor und CDU-Generalsekretär Peter Hintze wie auch Bundesministerin Angela Merkel hatten führende Positionen im „Evangelischen Arbeitskreis der CDU/CSU“ inne.

Aufgabe des EAK ist es, die politischen Interessen der evangelischen Kirche in der Bundeshauptstadt durchzusetzen. Entsprechend dieser Zielsetzung veröffentlichte die evangelische Publikation Evangelische Verantwortung unter der Leitung von Peter Hintze eine ganze Reihe von einseitig negativen Artikeln über die Scientology Kirche.



 

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