Cult Awareness Network - Nachruf auf eine Lügenfabrik
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Durch die Unterstützung und Verwicklung CANs in kriminelle Machenschaften kam es schließlich zu dem 3,200,000 Dollar-Urteil sowohl gegen CAN als auch gegen Rick Ross. Anlaß war das Verfahren, das von dem überzeugten Christen Jason Scott angestrengt worden war. Scott war brutal mißhandelt worden, gefesselt an Handschellen, sein Mund war mit Klebeband verschlossen worden, er war entführt und tagelang gegen seinen Willen festgehalten worden, während man vergeblich versucht hatte, ihn von seinen religiösen Überzeugungen abzubringen.
Die Geschworenen im Verfahren Scotts erklärten, das Verhalten einiger Angeklagter sei „derart abscheulich und so extrem in seinem Ausmaß gewesen, daß es weit jenseits der Grenzen jedweden Anstands lag ... grausam und von einer zivilisierten Gemeinschaft absolut nicht zu tolerieren".
CAN unternahm den Versuch, den Urteilsspruchs einzufrieren, indem es den Einwand erhob, er sei „ungerechtfertigt". Richter John Coughenour verwarf den Antrag mit den Worten: „Das Gericht stellt fest, daß anscheinend keiner der Angeklagten in der Lage ist, die Bösartigkeit seines Verhaltens gegenüber Mr. Scott anzuerkennen. ... Daher erscheint die hohe Schadenersatzzahlung, die zu Lasten CANs und Herrn Ross ausgesprochen wurde, in angemessener Weise notwendig zu sein, um der Entschlossenheit der Geschworenen Nachdruck zu verleihen, die Taten der Angeklagten zu verurteilen und eine abschreckende Wirkung für ähnliches Verhalten in der Zukunft zu erzeugen."
Daraufhin stellte CAN Konkursantrag. Nachdem es sich aber herausgestellt hatte, daß CANs finanzielle Situation nur vorgeschoben war, um der Verantwortung für kriminelle Taten zu entgehen und sich vor den nunmehrigen finanziellen Verpflichtungen zu drücken, wurde gerichtlich die Liquidation angeordnet. Die Türen CANs sind für immer geschlossen, ein Todesstoß für die amerikanische Deprogrammiererzunft.
J. Gordon Melton drückte es folgendermaßen aus: „Das Scott-Verfahren brachte das Deprogramming in diesem Land buchstäblich zum Verschwinden. Dieses Urteil hat CANs Geschäftsverbindungen durchtrennt, die weiteres Deprogramming ermöglicht hätten."
Domino Effekt
An jenem Tag, als das Konkursgericht die Türen CANs versiegelte, reihten sich weitere vier mit CAN verbundene Deprogrammierer in die Reihen der Verurteilten ein — für ein fehlgeschlagenes Deprogramming an einem Mitglied einer christlichen Kirche im Staate Idaho.
Im Jahre 1991 hatten diese Entführer ihr Opfer, Laverne Collins Macchio, aus ihrem Haus in Boise gezerrt. Ihre drei kleinen Kinder hatten dabei entsetzt zugeschaut. Macchio war quer über den Rasen geschleift worden. Sie wurde in ein wartendes Fahrzeug genötigt, anschließend in eine entlegene Hütte verfrachtet und dort sieben Tage lang gegen ihren Willen festgehalten.
Ein Gericht in Idaho zwang die Deprogrammierer Joy und Carmine DeSanctis, Michael Howley und Charles Kelly, die Konsequenzen für ihre Taten zu tragen. Aufgrund einer Absprache mit dem Vorsitzenden Richter bekannten sich alle vier Straftäter der Entführung für schuldig — auch für den Fall, daß ihre Berufung verworfen werden würde. Das Oberste Gericht von Idaho unter dem Vorsitz des Obersten Richters Charles McDevitt verwarf in seinem Urteil vom 22. Juni 1996 einstimmig die Berufung der Deprogrammierer und schlug damit vier weitere Nägel in den Sarg CANs, der schon Tage vorher unter die Erde gebracht worden war.
Quelle: Artikel aus dem Freiheits Magazin "Spieglein, Spieglein, an der Wand, wer belügt das ganze Land?" (1996)











