Anschläge auf adventistische Gemeinden in Serbien
| Religiöse Diskriminierung - Siebenten-Tags-Adventisten |
Belgrad/Serbien, 24.06.2003/APD
Der adventistische Pastor Josip Tikvicki ist in Zrejanin, 65 Kilometer von der serbischen Hauptstadt Belgrad entfernt, von drei Männern zusammengeschlagen und schwer verletzt worden. Gegen Mitternacht hatten er und seine Frau in ihrer Wohnung im Gemeindezentrum der Freikirche gehört, wie Glas zerbrach. Der Geistliche ging auf die Strasse und sah, wie die Männer Steine in die Fensterscheiben des Gemeindesaales waren. Als er sie zur Rede stellte, schlugen sie zu. Mit einer schweren Gehirnerschütterung, mehreren Rippenbrüchen und Bruch des Kiefers wurde Tikvicki in ein Krankenhaus gebracht. Die drei Männer konnten von der Polizei verhaftet werden.
Laut dem Präsidenten der Siebenten-Tags-Adventisten in Serbien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien, Pastor Dr. Radisa Antic (Belgrad), sei der Überfall auf den Pastor nur der Höhepunkt einer Serie von Anschlägen gegen adventistische Gemeinden in Serbien. Zuvor wären bereits Fensterscheiben der Gemeindezentren in Belgrad, Kragujevac, Negotin, Smeederevo und Backa Planaka durch Steinwürfe zerstört worden. Antic glaubt nicht an Zufälle, sondern sieht in den Anschlägen gezielte Aktionen gegen eine religiöse Minderheit. In Serbien leben etwa 6 500 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 160 Gemeinden.
Quellennachweis
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